Düngemittel-Verordnung

Abkehr vom Typensystem


Die neue EU-Düngemittelverordnung ist seit Mitte Juli in Kraft. Erstmals werden Biostimulanzien europarechtlich mit einbezogen. Zudem werden auch im EU-Recht einheitliche Grenzwerte für Schwermetalle und andere Schadstoffe eingeführt.

Mit Inkrafttreten der neuen EU-Düngeprodukte-Verordnung (EU/ 2019/1009) am 15. Juli 2019 stehen den Anwendern und Produzenten von zukünftig CE-gekennzeichneten Düngemitteln große Änderungen bevor. Darauf weist der Industrieverband Agrar e. V. hin vertritt. Die neue Verordnung schafft zum einen das vertraute System der Düngemitteltypen ab und ersetzt es durch eine CE-Kennzeichnung für Produktfunktionskategorien (PFC). Zum anderen stellt sie den Kreislaufgedanken in den Vordergrund und wird erstmals auch organische und organisch-mineralische Düngemittel europarechtlich regeln. Zudem werden auch im EU-Recht einheitliche Grenzwerte für Schwermetalle und andere Schadstoffe eingeführt.

„Die Anwender, vor allem die Landwirte, müssen sich an zahlreiche neue Bezeichnungen und neuartige Produkte gewöhnen“, erläutert Dr. Sven Hartmann, vom IVA. „Es zeichnet sich ab, dass die völlige Abkehr vom bewährten Typensystem und Einführung der CE-Kennzeichnung sowie umfangreiche neue Vorschriften bei Kennzeichnung, Toleranzen und bei der Produktzulassung (Konformitätsbewertung) für die Hersteller, Behörden und den Handel große Kraftanstrengungen bedeuten werden.“

Die Verordnung sieht eine dreijährige Übergangszeit vor, um die neuen Vorschriften umzusetzen und alle notwendigen Voraussetzungen zu schaffen: So müssen Standards und Analysemethoden für viele Produkte noch validiert werden, während gleichzeitig die EU-Kommission Leitlinien für die Kennzeichnung oder Kriterien zur biologischen Abbaubarkeit von Polymeren erarbeiten muss, bevor am 16. Juli 2022 die ersten Düngeprodukte mit CE-Kennzeichnung auf den Markt kommen können. Weiterhin zulässig ist das Inverkehrbringen nach nationalem Düngemittelrecht.

Erstmals wird die  Produktgruppe der Biostimulanzien rechtlich einbezogen und geregelt. Diese Produkte werden über ihre Wirkung definiert: Sie sollen die Widerstandsfähigkeit der Nutzpflanzen gegen abiotischen Stress wie Trockenheit oder Hitze stärken und die Nährstoffaufnahme verbessern, indem beispielsweise das Wurzelwachstum stimuliert wird. Viele Unternehmen sehen europaweit großes Potenzial für diese Produkte

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