Verunreinigtes Futter

PCB: Knapp 80 Betriebe sind betroffen


Trotz hoher Fallzahlen gibt es Entwarnung für die niedersächsischen Hähnchenmäster. Sie haben die PCB-Höchstwerte nicht überschritten. Die Eier vermutlich auch nicht. In Nordrhein-Westfalen wird auch keine Gesundheitsgefahr gesehen.

In Nordrhein-Westfalen sind 41 geflügelhaltende Betriebe mit Futter beliefert worden, das mit nicht-dioxin-ähnlichem PCB (ndl-PCB) verunreinigt ist. Das meldet das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) in Nordrhein-Westfalen. Nach den neuesten Erkenntnissen des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums sind dort 68 Betriebe betroffen. Das Agravis Futterwerk in Minden hatte  290 t des kontaminierten Futters aus Nordrhein-Westfalen nach Niedersachsen geliefert. Ursache der Verunreinigung sollen Lacksplitter sein.

Puten haben Höchstgehalte überschritten

In Niedersachsen sind ein Junghennenaufzuchtbetrieb, ein Putenmast- , vier Hähnchenmast- und drei Legehennenbetriebe mit den Futtermitteln beliefert worden. Aus dem Aufzuchtbetrieb wurden Junghennen an 18 Legehennenbetriebe in Niedersachsen abgegeben. Die Untersuchungen der Hähnchenmastbetriebe haben ergeben, dass die Tiere unterhalb des Höchstgehaltes belastet sind und geschlachtet werden können. Die Puten weisen eine Belastung oberhalb des Höchstwertes auf. Sie dürfen nicht als Lebensmittel in den Verkehr gebracht werden. Die Untersuchungen der Eier laufen zur Zeit noch. Mit Ergebnissen aus dem Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) rechnet das Ministerium spätestens am Montag, 19. November. Ein erstes Ergebnis einer Eierprobe liegt vor. Diese ersten untersuchten Eier waren nicht oberhalb des Höchstgehaltes belastet. Die Schadenersatzfrage ist nach Auffassung des Ministeriums zwischen den Vertragspartnern zu klären.

Der Landkreis Oldenburg ist am stärksten von den Lieferungen mit verunreinigtem Futter betroffen.
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Der Landkreis Oldenburg ist am stärksten von den Lieferungen mit verunreinigtem Futter betroffen.

NRW schließt gesundheitliche Gefahren aus

In NRW sind die Kreise Gütersloh (18 landwirtschaftliche Betriebe ), Paderborn (14), Soest (5), Herford, Lippe, Münster und Warendorf (je 1) betroffen. Dabei handelt es sich um sieben Legehennen-Betriebe, 24 Masthähnchen-, acht Putenmastbetriebe sowie zwei Enten- und Gänsehalter. Einzelne Lieferungen sind auch an landwirtschaftliche Betriebe in Hessen und Niedersachsen gegangen. Die jeweiligen Behörden wurden informiert.

Auch die Behörden in NRW haben Proben von Eiern, Fleisch und Futter genommen. Die Analysen sind noch nicht abgeschlossen. Aufgrund erster Ergebnisse wurden aber bereits größere Mengen Futtermittel und Schlachttierkörper unschädlich beseitigt. Eine akute gesundheitliche Gefahr besteht laut Lanuv nicht.

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