Verunreinigungen

Futterpanne bei Agravis


Agravis

Das Agravis Mischfutterwerk in Ostwestfalen-Lippe hat verunreinigtes Geflügelfutter geliefert. Betroffen sind mehr als 20 Hähnchenmast-, Legehennen- und Putenmastbetriebe. Ursache ist vermutlich ein belasteter Innenanstrich.

Bei routinemäßigen Kontrollen in einem Schlachtbetrieb in Ostwestfalen wurde belastetes Mastgeflügel gefunden. Als mögliche Ursache stellt sich ein Innenanstrich in zwei Verladezellen der Agravis in Minden heraus. Bei der Belastung handle es sich um ein PCB-Gemisch. Polychlorierte Biphenyle (PCB) sind nur schwer abbaubare giftige Substanzen. Eine akute Gesundheitsgefahr geht aber nach Angaben der Behörden von den belasteten Produkten nicht aus.

Mehrere hundert Tonnen im Umlauf

Agravis bedauert den Vorfall sehr und hat unmittelbar reagiert, heißt es dazu am Donnerstag von dem Unternehmen. Die betroffenen Fertigwarenzellen, aus denen die Lackabsplitterungen stammen sollen, wurden umgehend aus der Produktion genommen und eine gutachterliche Untersuchung veranlasst. Eine schnellstmögliche Sanierung werde vorbereitet. Das Futter wurde gesperrt und bereits ausgelieferte Ware ausgetauscht. Betroffen sei allerdings nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion am Standort: "Wir reden über weniger als ein Fünftel einer Tagesproduktion", sagt ein Agravis-Sprecher.  Allerdings sollen mehrere hundert Tonnen des Geflügelfutters in Umlauf gekommen sein.

Die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) informierte am Donnerstag im Landtag in Hannover über den Fall. Nach aktuellem Stand sind 290 Tonnen möglicherweise kontaminierter Futtermittel nach Niedersachsen geliefert worden. Das Landwirtschaftsministerium hatte am Mittwoch von 27 betroffenen Betrieben gesprochen. Sperrungen gibt es auch in Sachsen-Anhalt (2) sowie Brandenburg und Thüringen (je 1). 

Werte im Nanogrammbereich

In NRW seien mehr Höfe betroffen als in Niedersachsen, sagte eine Sprecherin des nordrhein-westfälischen Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) am Donnerstag. Belastetes Geflügel und Eier seien in NRW aus dem Verkehr gezogen worden, noch ehe sie in den Handel gelangten. Eine Veterinärin des Kreises Paderborn, in dem der Fund von kontaminiertem Geflügel die Untersuchung ins Rollen gebracht hatte, teilte mit, die festgestellten PCB-Werte bewegten sich im Nanogrammbereich. "Das entspricht in etwa einem Stück Würfelzucker im Bodensee", sagte sie laut Mitteilung.

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