Ambitioniert: Aldi Süd baut das Bio-Sortiment mit Eigenmarke und der Marke Schneekoppe aus.
Bild: Hans Rudolf Schultz
Ambitioniert: Aldi Süd baut das Bio-Sortiment mit Eigenmarke und der Marke Schneekoppe aus.

Aldi will die Spitzenposition im Bio-Geschäft ausbauen. Der Discounter strebt nun auch in seinem Europa-Geschäft die Öko-Marktführerschaft an.

Aldi verfolgt im Bio-Geschäft ehrgeizige Pläne. Der Discounter ist in Deutschland mit einem Marktanteil von zuletzt 14,6 Prozent bereits Marktführer im Bereich Bio-Lebensmittel. Insbesondere Aldi Süd hat sukzessive die eigene Position im Öko-Segment ausgebaut. Nun hat sich das Management dem Vernehmen nach vorgenommen, Bio-Marktführer in Europa zu werden, wie die Lebensmittelzeitung berichtet. Den Ausbau des Sortimentes mit insgesamt jeweils weit über 300 Bio-Artikeln treiben Aldi Süd und auch Aldi Nord über Eigenmarken und neuerdings auch über die Listung der Traditionsmarke Schneekoppe voran.

Gleichzeitig sorgen die Discounter derzeit mit günstigen Preisen im Zuge der Schneekoppe-Listung für Aufregung im Bio-Markt. Mit dem Slogan "Top-Neuzugang im Bio-Sortiment zum Aldi-Preis" geht der Discountprimus mit zweistelligen Preisabschlägen in die Offensive. So verbilligt Aldi das Quinoa-Produkt von Schneekoppe um 27 Prozent auf 1,99 Euro in der 400-mg-Packung. Der Preis für Dinkelmehl sank um 14 Prozent auf 1,49 Euro in der 1-kg-Packung. Das sind Kampfpreise, die der Discounter im Handzettel als "Probierpreise bis zum 25. Mai" deklariert.

Aldi macht hohe Rabatte

"Das geht in die falsche Richtung", wird in Lieferantenkreisen kritisiert. Denn angesichts knapper Rohstoffe in einigen Segmenten rechnet die Industrie zukünftig eher mit steigenden Preisen. Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb.

Aldi will dem Vernehmen nach auch bei Bio der günstigste Anbieter sein. Dieses Ziel verfolgt allerdings auch Drogeriehändler dm, der seinen Bio-Auftritt in den vergangenen Jahren mit der neuen Eigenmarke und Markenlistungen komplett umbaute. Vereinzelt gab es bei Eckartikeln schon Preisscharmützel. Konventioneller Handel und Fachhandel blicken zudem genau darauf, ob sich auch Lidl zu Preisgefechten im Bio-Geschäft hinreißen lässt. Denn der zweitgrößte Discounter des Landes hatte bei der Einlistung der Bioland-Sortimente im Januar versprochen, "den Druck nicht an die Molkereien oder die Bioland-Bauern weiterzugeben".

Der intensive Bio-Wettbewerb setzt auch den Fachhandel unter Preisdruck. Der zweitgrößte Fachhändler Alnatura senkt nun "über 30 Alnatura-Produkte dauerhaft im Preis" und bewirbt dies. Alnatura reduziert die Preise beispielsweise bei Hirse, Reis, Joghurt und Aprikosen zwischen 20 Cent und einem Euro. Der Groß- und Einzelhändler war während seiner Kooperation mit dm Preisführer im Bio-Markt. Heute beanspruchen die Discountrivalen diese Führungsrolle.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats