Werkschließung

Lieken lässt Weißenfels länger laufen

Die geplante Schließung der Backfabrik in Weißenfels soll erst im kommenden Sommer erfolgen. Der neue Standort in Wittenberg läuft in der Testphase.

Lieken hat in Lutherstadt Wittenberg für 200 Mio. € eine neue Backfabrik gebaut. Dafür soll der Standort in Weißenfels (Sachsen-Anhalt) schließen, allerdings wie Medien berichten, ab Mitte des Jahres und damit später als bisher geplant. In Wittenberg soll die Produktion von Backwaren nach dem Testbetrieb ab Januar 2018 losgehen.

Großbäckereien auf Expansionskurs
In Lutherstadt Wittenberg, Sachsen-Anhalt, nimmt demnächst eine der modernsten Großbäckereien Europas den Betrieb auf, in der ausschließlich für die Lieken AG produziert wird. Gleichzeitig hat die ebenfalls zum Agrofert-Konzern gehörende Großbäckerei Penam durch Kapazitätserweiterung und Modernisierungsmaßnahmen große Investitionen in Angriff genommen. Sie produziert vor allem für die Märkte in Tschechien, der Slowakei und Ungarn.

Die Lieken-Gruppe ist einer der führenden Backspezialisten Deutschlands. Das Unternehmen hat seinen Geschäftssitz in Dortmund und betreibt insgesamt neun Werke in Deutschland: in Bietigheim-Bissingen, Brehna, Crailsheim, Essen, Garrel, Günzburg, Lüdersdorf, Lünen und Weißenfels. Von dort aus vertreibt Lieken frische Brot- und Backwaren an den deutschen Lebensmitteleinzelhandel und bietet Toast, Sandwich, Toastbrötchen sowie Aufbackprodukte, wie z.B. Brötchen, unter der Marke Golden Toast und Schnitt- und Laibbrote sowie Tortenböden und Stollen unter der Marke Lieken Urkorn an. Das Angebot an Eigenmarken für Handelsunternehmen und Bake Off-Produkte stellen einen immer wichtiger werdenden Bestandteil des ca. 772 Mio. € Nettoumsatzes der Lieken-Gruppe dar.

Ursprünglich hätte das Werk in Weißenfels schon im März geschlossen werden sollen. Aber die Nachfrage nach Backwaren sei gestiegen. Daher müsse man noch auf die Kapazität in Weißenfels setzen, lautet die Begründung des Unternehmens, dass der komplette Umzug vorerst ausgebremst ist. Meldungen über technische Probleme in der Wittenberger Produktion wollte Lieken, seit 2013 Tochterunternehmen des tschechischen Agrofert-Konzerns, laut MDR nicht bestätigen.
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