Wetterphänomen

Polare Wärme führt zur Kältewelle

Ein ungewöhnlicher Wärmevorstoß in der Arktis beeinflusst derzeit die Witterung in Westeuropa. Der globale Klimawandel zeigt Flagge.

 

Die vergangene Nacht war wohl die bislang kälteste hierzulande in diesem Winter. Ursache für die derzeitige Wetterlage ist eine Verschiebung des Polarzirkels nach Süden, mit polarer Kaltluft im Gepäck, beschreibt das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster die Situation. Ein wesentlicher Grund hierfür sei die aktuelle Erwärmung der arktischen Polregion, bedingt durch den globalen Klimawandel.  

Bereits im Dezember 2017 und Anfang Januar kam es im Osten der Vereinigten Staaten und Kanada zu einem heftigen Kälteeinbruch. Auch hier wurde klirrende Kälte aus der arktischen Polregion bis weit in den Süden der USA transportiert. Im Gegenzug strömte auf der US-Westseite warme Luft bis hoch in den Norden nach Alaska. Die Folge: es war in Florida zeitweise kälter als in Alaska.

Dieses Wetterphänomen ist jetzt auch in Europa zu beobachten. Während es in Deutschland und weiten Teilen Europas wegen der polaren Nordostströmung eisig kalt ist, wird gleichzeitig weit nach Norden sehr warme Luft über Island bis nach Spitzbergen transportiert. Aktuelle Temperaturen auf Island (plus 7 Grad Celsius) und Longyearbyen (plus 4 Grad Celsius) auf Spitzbergen zeigten die Verwerfungen.

Mit dem Monatswechsel soll es den Meteorologen zufolge dank Hoch „Ulrike“ entlang des Rheins langsam milder werden. Am kommenden Sonntag sind demnach am Oberrhein sogar zweistellige Plusgrade möglich; auch das übrige Deutschland ist den Dauerfrost los. Die Wetterumstellung bringt allerdings Niederschläge mit sich.

 

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