Zoonosen-Monitoring

Rohwurst und Hähnchen mit Vorsicht zu genießen


Sollten Kleinkinder. Kranke und ältere Menschen meiden: Mett- und Teewurst.
Monstourz, https://commons.wikimedia.org/wiki/User:Monstourz
Sollten Kleinkinder. Kranke und ältere Menschen meiden: Mett- und Teewurst.

Im neuesten Zoonosen-Monitoring 2017 warnt das BVL vor Tee- und Mettwurst. Außerdem weist erneut als die Hälfte des Geflügelfleischs Campylobacter-Bakterien auf. Schweineflesich steht besser da.

Streichfähige Rohwürste wie Tee- und Mettwurst können eine mögliche Ansteckungsquelle mit verschiedenen Krankheitserregern sind. Zu diesem Ergebnis kommt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

In rund 12 der Proben von streichfähigen Rohwürsten wurden Listeria monocytogenes nachgewiesen. In zwei Proben wurden Keimgehalte an Listeria monocytogenes gemessen, die eine potenzielle Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellen. Die Ergebnisse machten deutlich, dass streichfähige Rohwürste ein Risiko für eine Infektion des Menschen darstellten. Sie sollten somit von empfindlichen Verbrauchergruppen wie Kleinkindern, älteren und immungeschwächten Menschen sowie Schwangeren nicht verzehrt werden, so das BVL. Einige Rohwürste waren zudem mit STEC/VTEC-Bakterien kontaminiert, die beim Menschen eine EHEC-Erkrankung auslösen können. 

Knapp 7000 Stichproben

Die Überwachungsbehörden der Bundesländer haben für das Zoonosen-Monitoring 2017  insgesamt 6.922 Proben auf allen Ebenen der Lebensmittelkette genommen. Dabei wurden 2.414 Bakterien-Isolate gewonnen und am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) charakterisiert und auf ihre Resistenz gegen ausgewählte Antibiotika untersucht.

Keine Fortschritte bei Geflügel-Hygiene

Bei Masthähnchen sind die Untersuchungsergebnisse unverändert ungünstig. Erneut wurde in mehr als der Hälfte der Fleischproben der Krankheitserreger Campylobacter nachgewiesen. Bei der Reduzierung von Campylobacter in der Lebensmittelkette Masthähnchen seien immer noch keine Fortschritte erzielt worden, heißt es dazu vom BVL. Die Nachweisrate in frischem Hähnchenfleisch lag auf demselben Niveau wie in den Jahren zuvor: 2014: 54 Prozent und 2016: 47,2 Prozent positive Proben.

Hygiene bei Schweineflesich gestiegen

Salmonellen hingegen wurden seltener gefunden. So hat sich laut BVL der in den letzten Jahren zu beobachtende Rückgang der Salmonellen-Nachweisrate in Proben von Schweinehackfleisch 2017 weiter fortgesetzt: Mit 0,7 Prozent positiver Proben wurden Salmonellen deutlich seltener nachgewiesen als in den Vorjahren (2009: 5 Prozent und 2011: 1,3 Prozent positive Proben). Auch Schweineschlachtkörper waren tendenziell seltener mit Salmonellen kontaminiert als im Zoonosen-Monitoring der Vorjahre. Möglicherweise steht dies mit Verbesserungen bei der Schlachthygiene im Zusammenhang, so das BVL. Auch die Ergebnisse der Antibiotikaresistenzuntersuchungen zeigen bei Schweinefleisch eine positive Tendenz. Der Anteil resistenter E. coli-Isolate bei Mastschweinen hat sich im Vergleich zum Zoonosen-Monitoring 2015 verringert.
Allerdings konnten die Kontrollbehörden bei Mastkälbern/Jungrindern im Hinblick auf Salmonellen keine Verbesserungen beobachten. Auch die Nachweisrate von ESBL/AmpC-bildenden E. coli im Blinddarminhalt von Mastkälbern und Jungrindern am Schlachthof ist mit 68 Prozent sehr hoch und gegenüber dem Zoonosen-Monitoring 2015,um fast 8 Prozent gestiegen. 

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