Zuckermarkt

Südzucker will Werke schließen


Südzucker
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Die Südzucker AG reagiert auf den schwierigen Zuckermarkt. Im Zuckergeschäft schreibt der Konzern tiefrote Zahlen.

Der Restrukturierungsplan sieht Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vor, teilt Südzucker heute mit. Geplant sind in Deutschland und weiteren europäischen Ländern Kostensenkungsmaßnahmen in den Verwaltungen, aber auch Kapazitätsanpassungen, die zu Werksschließungen mit einer Reduktion des Zuckerproduktionsvolumens von bis zu rund 700.000 t/Jahr führen können. Der gesamte Kosteneinsparungseffekt könne sich auf bis zu rund 100 Mio. €/Jahr belaufen.

Mit dem Restrukturierungsplan verfolgt der Vorstand der Südzucker AG das Ziel, die Auswirkungen der starken Preisschwankungen an den globalen Zuckermärkten und in der EU auf das Segment Zucker zu verringern und damit den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu sichern. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19, das im Februar endet, erwartet Südzucker-Vorstand Dr. Thomas Kirchberg im Zuckersegment einen Verlust von 150 bis 250 Mio. €.


Der Vorstand will am morgigen Mittwoch seinen Restrukturierungsplan dem Aufsichtsrat vorstellen. Welche Werke geschlossen werden sollen, wurde bisher nicht bekannt gegeben. Konkrete Beschlüsse zur Restruktuierung werden nach weiteren Beratungen mit dem Aufsichtsrat in den nächsten Wochen angestrebt.

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  1. Landwirt
    Erstellt 30. Januar 2019 06:09 | Permanent-Link

    War das nicht der Konzern, der unbedingt 40 Prozent mehr Rüben verarbeiten wollte, um die Stückkosten zu senken? Das hat man davon, wenn man externe Berater ins Haus holt, die vom Markt keine Ahnung haben. Aber dies war ja allgemeiner Tenor in der Zuckerwirtschaft. Zu Zeiten der Milchkrise wegen immenser Überproduktion genau den gleichen Fehler zu machen - grandios! Ein Dank an die Anbauverbände und Zuckerwirtschaft, den Anbau so auszudehnen, dass jetzt keine Rechnung mehr zu machen ist und dann einfach die Werke schließen. Denkt dran, was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder...

    Zitat von 2017:
    Südzucker auf freien Markt vorbereitet
    Auch in der Südzucker-Region sind die Rüben weitgehend aus dem Boden und warten in Mieten auf den Transport zur Fabrik. Noch vor Weihnachten sollen die meisten Werke mit der Annahme abschließen. Auf einem freien Zuckermarkt, der in der EU und in Deutschland ab 1. Oktober 2017 beginnt, will Peter Bleser, Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) Marktverwerfungen nicht ausschließen. Sicher werde es zu Verwerfungen auf europäischer Ebene kommen, vermutet der Staatssekretär. Doch vertraue er auf die technologischen Entwicklungen und die Zuckerqualität, dass es zu keinem Einbruch kommen werde.

    Dr. Thomas Kirchberg, Vorstandsmitglied der Südzucker AG, gab sich bei einem Pressegespräch in Offstein in der vergangenen Woche zuversichtlich, dass das Unternehmen für einen intensiven Wettbewerb gut gerüstet sei. Mit den Landwirten seien Anbauverträge sowie Konditionen für den Transport und Preise vereinbart worden. Produktion und Vertrieb seien ebenfalls auf die größeren Mengen und Kosteneinsparungen eingestellt. (SB/da)

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