Zuckermarkt

Zucker in der EU ist knapp

Foto: da

Die schwache Rübenernte in wichtigen Anbauländern in der EU beschert ein geringeres Zuckeraufkommen. 2018/19 könnte es dazu kommen, dass der Verbrauch durch die EU-Produktion nicht gedeckt werden kann.

Aktuell zeichnet sich ein weiterer Bestandsabbau von Zucker in der EU für die Jahre 2018 und 2019 ab, sagte heute in Köln Dr. Hermann Schmitz, Leiter Landwirtschaft von Pfeifer & Langen. Auch weltweit erwartet Schmitz nach den aktuellen Schätzungen eine Erzeugung unterhalb des Verbrauchs. Weltweit steige jedoch die Nachfrage nach Zucker weiter an.

Die Trockenheit hat die Rübenerträge in Deutschland, Frankreich in den Benelux-Ländern sowie Polen stark geschmälert. In der EU wird noch mit einer Produktion von 18,7 Mio. t Zucker 2018/19 gerechnet, führte Schmitz in der Unternehmenszentrale von Pfeifer & Langen aus. Die Nachfrage nach Zucker sei jedoch trotz der kontrovers geführten Diskussion über eine Reduktion von Zucker stabil in der EU.

Die Bestände in der EU von Zucker dürften sich 2018/19 auf unter 1 Mio. t Zucker reduzieren. Auch weltweit wird mit einer geringeren Produktion in Brasilien und in Indien gerechnet. Damit habe sich der Markt wieder gedreht, noch 2017 gab es eine Rekordernte in der EU und weltweit.

Einziger Wermutstropfen seien noch die niedrigen Zuckerpreise, die derzeit bei rund 350 €/t in der EU liegen. Preissteigerungen in der EU für freie Ware sind zu erwarten. Große Mengen an Zucker sind vermutlich kontrahiert. Doch Schmitz glaubt fest an die Rübe und will mit den Anbauern von Pfeifer & Langen gemeinsam Wege finden, die Rentabilität der Rübe zu sichern. Auch einen Preisanstieg hält der Marktexperte zukünftig möglich. In Deutschland und in der EU wird erwartet, dass Landwirte im kommenden Jahr rund 5 Prozent weniger Rüben säen. Bei normalen Erträgen dürfte dann wieder eine Menge von 2018 erreicht werden. Damit bleibe die geringe Versorgung 2019 erhalten.

Doch trotz dieser Engpässe sind die Anbauer von den niedrigen Rübenpreisen frustriert. Angesichts der Knappheit von Zucker könnte sich das Blatt jedoch wenden. Wer jetzt noch kurzfristig seine Anbaupläne für 2019 ändern möchte, könne sich mit seinem Anbauberater in Verbindung setzen, sagte Schmitz. Die meisten Landwirte haben sich für das Flexmodel in den Anbauverträgen entschieden.

2 Kommentare

  1. Bauer
    Erstellt 7. Dezember 2018 17:01 | Permanent-Link

    Indiens Zucker erzeugt Druck
    In den letzten Tagen nur negative Nachrichten zum Zuckermarkt gelesen aus Sicht des Erzeugers. Frage mich wieso Herr Schmitz auf eine komplett andere Ansicht hat!

  2. Dietrich Ebert
    Erstellt 11. Dezember 2018 09:08 | Permanent-Link

    Kommentar ist reines Wunschdenken. Der Wahre Druck kommt vom Oelmarkt, der viel Zucker aus Brasilien freisetzen wird, zumal der Real weiter unter Druck bleibt. Der Spot Markt hat ebenfalls wieder gedreht. Also ich sehe Zucker durch 2019 unter massiven Druck und Nord und Suedzucker werden den Ruebenbauern etwas anbieten muessen, dass sie auch weiter anbauen. Die Realität wird aber alle einholen, denn es gibt 3, 4 Werke zu viel und die muessen zusperren. Wenn die zusperren muessen die Ruebenbauer so oder so umsatteln, denn die Logistik der Ruebe ist horrend teuer. Also ich sag jedem: sattle um, denn irgendwann musst du es eh machen.

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