Pflanzenforschung

Dürretolerante Gerste gezüchtet


Dr. Ali Ahmad Naz vom INRES der Universität Bonn stellte die Studie vor.
Bild: Universität Bonn
Dr. Ali Ahmad Naz vom INRES der Universität Bonn stellte die Studie vor.

Eine wilde Gerstensorte aus Israel ist optimal an ihre trockene Umgebung angepasst. Diese Fähigkeit konnten Wissenschaftler nun in eine heimische Braugerstensorte einkreuzen.

Wissenschaftler der Universität Bonn und Halle haben eine trockenheitstolerante Gerstenlinie entwickelt. Dazu haben die Forscher eine wilde Gerstenart aus Israel, die Trockenheit gewöhnt ist, mit der heimischen Braugerstensorte namens „Scarlett“ gekreuzt. Die Gerstensorte aus Israel wächst in trockenen Halbwüstengebieten. Sie begegnet dem Wassermangel mit der Fähigkeit, große Mengen der Aminosäure Prolin zu produzieren. Prolin bindet das Wasser in der Zelle. Andere Proteine und Enzyme schützen die Pflanze vor schädlichen Sauerstoffradikalen.

Die Nachkommen dieser Kreuzung kommen mit Hitze wesentlich besser zurecht als die Ausgangsform von Scarlett. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Pflanzen liegt im Gen „P5cs1“. Das enthält die Bauanleitung für ein Enzym, das die Synthetisierung von Prolin katalysiert. Auch nach der Rückkreuzung ging die Fähigkeit nicht verloren. Die gezüchteten Pflanzen seien mit Ausnahme von P5cs1 fast identisch mit Scarlett.

Die Forschungsgruppe stellt die Pflanze jetzt Züchtern zur Verfügung. Sie soll sich in weiteren Feldversuchen bewähren. Die Studie, die demnächst in der Fachzeitschrift „Plant Physiology“ erscheint, ist bereits im Internet einsehbar.




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