Das Ertragspotenzial von Raps ist längst nicht erschöpft. Forscher wecken Hoffnungen, den Züchtungsfortschritt mit neuen Techniken zu beschleunigen. Doch die Methoden stoßen an Grenzen.

Um die sehnlichsten Wünsche von Landwirten zu erfüllen, spielen Züchter mit dem Erbgut von Pflanzen. Landwirte träumen von Pflanzen, denen Schädlinge nichts anhaben können, die weniger Wasser und noch weniger Pflanzenschutz brauchen, aber vor allem eine reiche Ernte bescheren. Wissenschaftler sind überzeugt, die neuen Züchtungsmethoden, die unter dem Begriff Genom-Editierung bekannt sind, könnten dies leisten.

Tatsächlich haben die neuen Methoden entscheidende Vorteile im Vergleich zur klassischen Pflanzenzucht. Sie schalten Gene zielgerichtet aus. Oder mutieren genau dort, wo es gewünscht ist. Doch in welchen Fällen bringt das Züchter wirklich schneller vorwärts? Raps beispielsweise ist verglichen mit Weizen eine sehr junge Kulturart. Das Ertragspotenzial sei daher noch lange nicht erschöpft, sagt Dr. Steffen Rietz, NPZ Innovation GmbH. Doch vermutlich werden die neuen Methoden wie Crispr/Cas in diesem Fall wenig nutzen.

Ertrag ist ein quantitatives Merkmal, es wird von mehreren Genen gesteuert. Viele dieser Genorte im Genom seien bisher unbekannt, so Rietz. Raps ist zwar komplett sequenziert. Dies bedeutet aber noch lange nicht, dass Züchter alle Funktionen kennen. Wenn es hingegen um Ertragssicherheit geht, die durch das Merkmal feste Schoten gewährleistet wird, kann der Züchter von Crispr/ Cas profitieren, weil Funktion wie Genort bekannt sind. Wesentlich schneller als die klassische Züchtung geht es vorwärts, wenn Züchter eine Mutation aus einer Wildsorte wie dem Rübsen oder Kohl in Raps einbringen wollen. Mit klassischen Methoden hätte das Kreuzungsverfahren acht bis zehn Jahre gedauert.

Mit Crispr/Cas würde es hingegen maximal ein Jahr dauern, denn die bereits bekannte Mutation kann mithilfe der Technik sofort in das Raps-Genom eingebaut werden. Bisher wird nur im Labor geforscht. Denn noch ist unklar, ob die neuen Verfahren als Gentechnik reguliert werden. Darüber entscheidet der Europäische Gerichtshof (EuGH) vermutlich im Jahr 2018.

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