Rekordjagd vorbei

EY sieht starken Rückgang bei Start-up-Finanzierungen

Berlin ist die Hauptstadt der deutschen Start-ups.
IMAGO / blickwinkel
Berlin ist die Hauptstadt der deutschen Start-ups.

Weniger Groß-Deals führen dazu, dass der Umfang von Start-up-Finanzierungen schrumpft. Der Unterschied zum bisherigen Rekordjahr 2021 ist deutlich.

Deutsche Start-ups haben im vergangenen Jahr deutlich weniger frisches Kapital erhalten als noch 2021. Das hat das Prüfungs- und Beratungsunternehmen EY beobachtet. Demnach führten steigende Zinsen, sinkende Bewertungen und zurückhaltende Investoren dazu, dass die Summe an frischem Risikokapital 2022 nur noch bei 9,9 Mrd. € lag, 43 Prozent niedriger als im Rekordjahr 2021, als noch 17,4 Mrd. € flossen. Dennoch handelt es sich laut EY um das zweitstärkste Ganzjahresergebnis seit dem Start dieser Datenerhebung im Jahr 2015.

Die Anzahl der Abschlüsse sank von 1.160 auf 1.008. Besonders große Deals im Umfang von mehr als 50 Mio. € halbierten sich jedoch fast: „Gab es im Jahr 2021 noch 72 Investitionen in dieser Größenordnung (33 davon über 100 Mio. €) waren es im vergangenen Jahr mit 37 (davon 19 über 100 Mio. €) nur noch etwa halb so viele“, schreibt EY dazu. Positiv sei aber anzumerken, dass Abschlüsse zwischen 5 und 50 Mio. € von 228 auf 246 zugenommen hätten.

In seinem Start-up-Barometer analysiert EY Investitionen in deutsche Unternehmen, die jünger als zehn Jahre sind. Hauptstadt der Start-ups ist demnach Berlin, wohin fast jeder zweite investierte Euro geht. Insgesamt 1,5 Mrd. € flossen an Unternehmen mit Nachhaltigkeitsfokus, ein Anteil von 15 Prozent. An 72 Prozent dieser Finanzierungsrunden waren Start-ups aus dem Sektor Energie und 57 Prozent aus dem Bereich AgTech beteiligt.

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