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az-Wochenstart: Was wichtig wird・ 07. Juni 2021





Die Top Themen: GAP im Agrarausschuss; Wasde-Zahlen für Juni

az-Wochenstart: Was Wichtig Wird

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre! Ihre Stefanie Pionke, Chefredakteurin der agrarzeitung (az). Stefanie Pionke

©: Foto: Privat



Die Reform der EU-Agrarpolitik, die auf Brüsseler Bühne nicht so recht vom Fleck kommt, beschäftigt den Agrarausschuss des Bundestages. Am Donnerstag bekommen nachrichtenhungrige Marktteilnehmer neue Zahlen vom US-Agrarministerium. 

Anhörung zur Dauerbaustelle im Bundestag

bundestag

©: imago images / Jochen Eckel

Am Montag befasst sich der Agrarausschuss des Bundestages mit der Reform der EU-Agrarpolitik (GAP). Im Rahmen der öffentlichen Anhörung werden die vier Gesetzesentwürfe für die neue Reformperiode besprochen mit Sachverständigen aus Wissenschaft und Verbänden. Die Anhörung fällt in eine Zeit, in der die Beschlüsse über die Reform in der Luft hängen. In den zum „Jumbotrilog“ deklarierten Gesprächen zwischen EU-Kommission, Europaparlament und den Agrarministern der Mitgliedstaaten vor zwei Wochen wurde keine Einigung zur GAP-Reform erzielt, weil die Verhandlungsparteien keinen Kompromiss zu den Eco-Schemes („Öko-Regelungen“) zustande brachten. Sowohl Parlament als auch EU-Kommission gaben im Nachgang den Ministern der Mitgliedstaaten Schuld an dem verfehlten Kompromiss. Streitpunkt ist, wie viel Geld aus der 1. Säule der Direktzahlungen künftig für die Eco-Schemes, die neuen Umweltprogramme in der 1. Säule der GAP, reserviert werden soll. Das Parlament fordert 30 Prozent, die Mitgliedstaaten wollen mit 22 Prozent in einer zweijährigen Lernphase starten und das Budget zur Mitte der Reformperiode auf 25 Prozent erhöhen. Zunächst erschien ein Kompromiss bei 25 Prozent möglich, doch dann weigerten sich die Mitgliedstaaten, von ihrer Forderung der „Lernphase“ abzurücken, die die Parlamentarier als Schlupfloch werten. Nun ja. Deutschland jedenfalls hatte sich in zähen Verhandlungen in mehreren Sonder-Agrarministerkonferenzen bereits zu einem 25-Prozent-Anteil für die Eco-Schemes durchgerungen. In Sachen Umschichtung von Finanzen von der 1. Säule in der 2. Säule zeigen sich hiesige Politiker ebenfalls vergleichsweise ambitioniert: Hier sollen zunächst 8 Prozent der Direktzahlungen im Jahr 2022 in die 2. Säule herüberwandern. Im Laufe der Reformperiode, die bis 2027 läuft, soll dann schrittweise auf 15 Prozent erhöht werden.
Aber bevor überhaupt an eine nationale Umsetzung der GAP-Reform zu denken ist, muss erst einmal der Kompromiss im nächsten Trilog, der für Ende Juni angesetzt ist, gelingen.

Marktzahlen in der heißen Phase

Bulle Bär Symbolbild

©: image Images / Ikon Images

Das neue Wirtschaftsjahr 2021/22 ist nicht einmal mehr einen Monat entfernt. Die Preise an den Börsen und somit auch am Kassamarkt haben sich zwar abgekühlt, sind aber immer noch auf vergleichsweise hohen Niveaus. In dieser für den Markt durchaus heißen Phase veröffentlicht das US-Agrarministerium USDA am Donnerstagabend seinen Marktbericht „Wasde“ für Juni. Während hierzulande die Getreide- und vor allem Rapsbestände zur Neige gehen und es in Südamerika und Teilen der USA weiterhin zu trocken sind, sind die Aussichten auf die neue Ernte mindestens einmal auskömmlich. In den USA soll eine rekordverdächtige Maisernte heranwachsen, die Aussichten auf die globale Weizenproduktion sind gemäß den jüngsten USDA-Erwartungen ebenfalls ordentlich. Knapp wird es weiter am Rapsmarkt bleiben, da sind sich Analysten weitestgehend einig.
Wie immer um diese Jahreszeit, hängt nun alles vom Wetter ab: Verschärft sich die Trockenheit in Nord- und Südamerika, können die Getreidekurse noch einmal auf Rekordjagd gehen.




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