UFZ-Dürremonitor

Deutschland dörrt aus

Ausschnitt Süddeutschland der Karte zum pflanzenverfügbaren Wasser bis 25 cm vom 10. August 2022. Helle, gelbe, orange und rote Bereiche zeigen Dürrestress bis hin zum Welkepunkt an.
UFZ-Dürremonitor/Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung
Ausschnitt Süddeutschland der Karte zum pflanzenverfügbaren Wasser bis 25 cm vom 10. August 2022. Helle, gelbe, orange und rote Bereiche zeigen Dürrestress bis hin zum Welkepunkt an.
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In weiten Teilen Deutschlands können Pflanzen keine Feuchtigkeit mehr aus den oberen Bodenschichten gewinnen. Das zeigt der UFZ-Dürremonitor.

Der Indikator wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) täglich neu berechnet. In den großflächig roten Gebieten liegt der Anteil des pflanzenverfügbaren Wassers bis in 25 cm Tiefe bei 0 Prozent. Das ist gleichzeitig der sogenannte Welkepunkt. Der Wert besagt nicht, dass der Boden dort kein Wasser mehr enthält. Es kann noch in sehr kleinen Poren gespeichert sein, widersteht aber der Saugkraft der Pflanzen. Unterhalb von 30 %nFK (nutzbare Feldkapazität) stehen die Pflanzen bereits unter Trockenstress, der ab Unterschreitung von 50 %nFK beginnt.


Laut der Karte sind demnach nur noch Böden im Süden und Osten Bayerns gut versorgt und können die Feuchtigkeit einige Tage halten. Werte über 100 bedeuten, dass der Boden mehr Wasser aufgenommen hat, als er speichern kann, und dieses in tieferen Schichten versickert.
 
Den Daten liegt das mesoskalige Hydrologische Modellsystem (mHM) zugrunde, das am UFZ entwickelt wurde. Der Dürremonitor wird jede Nacht aktualisiert und speist sich aus ungefähr 2.500 Wetterstationen.
 
Nach Daten des Deutschen Wetterdienstes war auch der Juli 2022 deutlich zu trocken. Es fielen bundesweit nur 38 mm Niederschlag, das entspricht 45 Prozent des Mittelwertes von 85 mm. Regional schwankte das Defizit allerdings stark zwischen 10 (Diepholz) und 90 Prozent (Oberrhein).

Das UFZ stellt die Dürrekarten auch auf Bundesländerebene als PNG und PDF zum Download bereit.

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