DLG-Feldtage

„Ideale Gelegenheit, sich mit Züchtern und Händlern auszutauschen“

Für Peter Risser steht die Zuckerrübe mit Mittelpunkt.
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Für Peter Risser steht die Zuckerrübe mit Mittelpunkt.
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Das Versuchsgut Kirschgartshausen nahe Mannheim wird seit über 150 Jahren von Südzucker gepachtet. Im Interview mit der agrarzeitung erklärt Gutsleiter Peter Risser, was den diesjährigen Austragungsort der DLG-Feldtage auszeichnet.

agrarzeitung: Wie liefen die Vorbereitungen für die DLG-Feldtage?
Peter Risser: Im Frühjahr 2019 ging es schon los mit der Auswahl des Betriebs. Im Oktober desselben Jahres war die DLG zum ersten Mal hier in Kirschgartshausen und hat sich alles angeschaut. Im Dezember 2019 wurden wir dann offiziell als Veranstaltungsort ausgewählt. Wir mussten dann sofort damit anfangen, unseren Anbauplan umzustellen, um die Voraussetzungen für die Feldtage zu schaffen. Wir haben auf beiden Schlägen Wintergerste vorgesät, und 18 Hektar Gras für die Parkplatzflächen. Diese Grünflächen werden kurz vor den Feldtagen gemäht und von einem Landwirt in unserer unmittelbaren Nachbarschaft als Futter genutzt.

Zur Person
Peter Risser leitet seit über vier Jahren das Versuchsgut Kirschgartshausen. Seit zwölf Jahren ist er bei der Südzucker AG mit Sitz in Mannheim angestellt. Er studierte und promovierte an der Universität Hohenheim.

Wieso fiel die Wahl auf Kirschgartshausen?
Die Südzucker AG als Partner der DLG beteiligt sich immer an den Feldtagen, wenn diese im Süden Deutschlands stattfinden. Doch je weiter wir nach Süden kommen, desto mehr hängen wir die Landwirte in Norddeutschland ab. Das Kerngebiet sind meist die 200 Kilometer Radius um den Standort. Da war Mannheim von der Lage im äußersten Norden Baden-Württembergs ideal. Außerdem hat man noch das Einzugsgebiet bis Köln und zur Aachener Bucht, über Frankfurt bis Bayern und hinunter zum Bodensee, sowie die Nähe zu Frankreich. Kirschgartshausen liegt direkt an der Bundesstraße B44 und unweit der Autobahn A6 und ist somit infrastrukturell gut angebunden.

Welche Vorteile bietet Kirschgartshausen aus agronomischer Sicht?
Unsere Schläge sind sehr eben. Es ist aber nicht der typische Zuckerrübenstandort. Durch die Nähe zum Rhein haben wir wechselnde Böden, was zum Teil eine Herausforderung darstellt. Aber mit dem Plus der bei uns leicht möglichen Beregnung können wir das wieder ausgleichen. Im Gesamtpaket waren das die Gründe, warum man sich für den Standort hier entschieden hat.
„Dieses Jahr sind die Ausstellungen besonders vielfältig.“
Peter Risser, Südzucker, 

Worauf können sich die Besucher freuen?
Auf dem Areal mit 60 Hektar werden über 380 gemeldete Aussteller drei Tage lang ihre Neuheiten präsentieren. Wir erwarten mehr als 20.000 Besucher. Die Vorfreude ist groß. Für viele Landwirte bietet sich hier die letzte Gelegenheit, um sich vor der Ernte noch mal aus dem Betrieb zu stehlen. Es sind übrigens die Feldtage mit den bislang meisten Kulturen, Arten und Sorten. Das ist auch dem geschuldet, dass mit zunehmendem Interesse nach Alternativen wie Leguminosen gesucht wird. Die DLG-Feldtage bieten eine ideale Gelegenheit, sich hier mit Züchtern und Händlern auszutauschen.

Welche Besonderheiten, Neuheiten und Highlights erwarten die Besucher?
Nach Corona-bedingten Ausfällen freuen sich alle, sich wieder im Freien und in großer Runde treffen zu können. Dieses Jahr sind die Ausstellungen besonders vielfältig. Neben den Klassikern, in denen die Stände ihre Kulturen präsentieren, wird dieses Jahr auch der Aspekt Ökolandbau wieder aufleben. Speziell für die Region haben die DLG und das Land Rheinland-Pfalz das Thema Feldgemüse etabliert. Hier in der Kurpfalz ist Gemüse ein Riesenthema – sei es Spargel, Knoblauch oder Zwiebeln.

Wie sieht es mit der Landtechnik aus?
Für die Technik-Fans wird es Maschinenvorführungen fürs Hacken und Striegeln, aber auch flache Bodenbearbeitung, präzise Düngung und intelligenten Pflanzenschutz geben. Dazu kommen die Feldroboter-Events, die von der Universität Hohenheim organisiert werden. Interessierte aus ganz Europa können sich hier beweisen und mit ihren Feldrobotern einen Parcours fahren. Manche Roboterhersteller werden sogar ihren Roboter aus dem Ausland fernsteuern.

Wie geht es nach den Feldtagen weiter?
Wir werden unsere Forschungsvorhaben weiterverfolgen. Dazu gehören Blühstreifen zur Erhöhung der Biodiversität, Innovationen im Rübenanbau sowie Aussaat und Hacken mit autonomen Robotern. Das sind alles Aspekte, die hier gerade im Entstehen sind. Auch neue Lösungen im Pflanzenschutz und bei der Düngung wollen wir ausprobieren und dazulernen, damit wir den Landwirten Empfehlungen aussprechen können. Wir beschäftigen uns auch mit neuen Kulturen wie Soja, Lupinen und Ackerbohnen als Erweiterung unserer Fruchtfolge. Aber natürlich steht die Zuckerrübe für uns weiterhin im Zentrum.
Treffpunkt Zuckerrübe

Die Südzucker AG Mannheim und deren Mitveranstalter sind in diesem Jahr Fachpartner der DLG zum Thema Zuckerrübenanbau. Am Stand VE34 erhalten die Besucher auf einem Versuchsfeld einen Überblick über verschiedenste Beratungsthemen sowie die aktuellen Herausforderungen rund um den Anbau von Zuckerrüben. Schwerpunkte sind unter anderem die steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Biodiversität.
An dem Stand wird auch auf die Bedeutung von Rübenschädlingen wie Cercospora und die Krankheit SBR („Syndrome des basses richesses“, zu Deutsch: „Syndrom des niedrigen Zuckers“) eingegangen. Im Fokus steht dabei deren gezielte Bekämpfung und die Züchtung toleranter Rübensorten.
Außerdem wird der Bodengesundheitsdienst ein Bodenprofil am Stand der Süddeutschen Zuckerwirtschaft vorstellen. Zu entdecken gibt es unter anderem verschiedene Bodenhorizonte, Regenwurmgänge und die Durchwurzelungstiefe der Rüben.

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