PotatoEurope

Ritterschlag für die Kartoffel

Bockerode in Niedersachsen war zuletzt 2018 Schauplatz der PotatoEurope.
Foto: DLG / Swen Pförtner
Bockerode in Niedersachsen war zuletzt 2018 Schauplatz der PotatoEurope.
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Der landwirtschaftliche Betrieb Rittergut Bockerode bei Hannover wird am 7. und 8. September wieder der zentrale Treffpunkt der Kartoffelbranche sein. Auf über 30 ha Ackerland mit Ausstellungs- und Vorführflächen dreht sich zwei Tage lang alles um die Knolle.

Die Freilandmesse PotatoEurope findet seit 2006 jährlich an wechselnden Standorten in Frankreich, Belgien, den Niederlanden und Deutschland statt. Dieses Jahr ist wieder das Rittergut Bockerode in Niedersachsen an der Reihe, nachdem die Messe in den vergangenen zwei Jahren pandemiebedingt ausfallen musste.

Unter der Schirmherrschaft der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) und der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft (UNIKA) bietet die Messe Maschinenvorführungen, ein Versuchsfeld und einen ausstellungsbegleitenden internationalen Potato Congress mit Fachbeiträgen. Partner sind neben DLG und UNIKA unter anderem Case IH im Bereich Technik sowie das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die zuständige Ministerin Barbara Otte-Kinast wird den Rundgang am ersten Veranstaltungstag eröffnen.

Gesamte Wertschöpfung im Blick

Zielgruppe der PotatoEurope sind alle an der Wertschöpfungskette der Kartoffel beteiligten Branchen wie Betriebsmittelhersteller, Landwirte, Berater, Händler, Abpacker, Verarbeiter, Verwerter und der Lebensmitteleinzelhandel. Knapp 250 Aussteller aus 15 Ländern informieren die Besucher über Neuheiten in der Kartoffelbranche.

Zu den Highlights gehören traditionell die Maschinenvorführungen. Dieses Jahr wird modernste Landtechnik aus den Bereichen Legen, mechanische Unkrautregulierung sowie Roden und Verladen im Praxiseinsatz gezeigt. Drei Specials beleuchten die Themen Direktvermarktung, Digitalisierung und Zwischenfrüchte.

Kartoffeln aus dem Hofladen

Bei „Verarbeitung und Vermarktung auf dem Hof“ geht es um die Lagerung, Reinigung, das Abpacken, Weiterverarbeiten und Vermarkten auf dem eigenen Betrieb. Präsentiert werden innovative Ideen zur Vermarktung der eigenen Knolle bis hin zu der Entwicklung einer Marke und der entsprechenden Bewerbung. Auf der Ausstellerseite richtet sich das Special an alle Unternehmen, die dem Kartoffelanbauer technische Lösungen für den Hof für diese Bereiche anbieten – von der Sortier- und Reinigungstechnik, Abpacken und Verarbeiten bis hin zu Verkaufsautomaten oder Onlineplattformen.

„Die vergangenen zwei Jahre haben einmal mehr gezeigt, wie sich Absatzmärkte durch äußere Einflüsse verändern können“, betont Dr. Wilfried Wolf, Projektleiter der PotatoEurope 2022. „Umso wichtiger ist es, Teilbereiche der Kartoffelvermarktung selbst in der Hand zu behalten. So haben viele Betriebe schon seit Jahren und Jahrzehnten den direkten Absatzweg zum Verbraucher gewählt und professionalisiert.“

Digital vom Acker bis ins Lager

Professionell geht es auch im Special „Smart Potato Farming” zu, das den Besuchern digitale und autonome Lösungen vorstellt, mit denen sie in den nächsten Jahren in der Kartoffelproduktion rechnen können. Es werden marktreife Innovationen präsentiert sowie Produkte, die erste Praxistests erfolgreich absolviert haben. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, mit Experten über zukünftige Techniken und Lösungen zu diskutieren. Im Fokus des Specials steht die vollautomatische Steuerung von Maschinenteilen bis hin zu autonomen Arbeitsmaschinen sowie Software, die den Datentransfer zur Maschine oder zwischen Maschinen regelt.

Ausgangspunkt ist der Kartoffelacker mit der Legetechnik, zum Beispiel teilflächenspezifische Pflanzung oder autonome Steuerung einer Pflanzmaschine. Dazu kommt die Pflege, beispielsweise mit selektiver Pflanzenschutztechnik oder Kamera- und GPS-gesteuerten Hacken. Auch moderne digitale Lösungen zur Ernte wie automatische Geräteeinstellung oder -steuerung, Ertrags- und Qualitätserfassung oder Ertragskartierung werden präsentiert. Zuletzt geht es weiter auf den Hof mit autonomen Lager- und Abpacksystemen oder optoelektronischer Sortierung.

Mehr Grün auf dem Damm

Der dritte fachliche Schwerpunkt der PotatoEurope ist in diesem Jahr das Special „Zwischenfrüchte und Querdammbegrünung im Kartoffelbau“. Es richtet sich an alle Kartoffelanbauer, die sich für Zwischenfrüchte und Begrünung vor und nach dem Kartoffellegen interessieren und nach Lösungen suchen, um ihre Kartoffeln GAP-konform und weiterhin profitabel anbauen zu können. Aussteller, die Zwischenfrüchte produzieren und vertreiben sowie den Anbau fachlich begleiten, wie auch Hersteller von Maschinen und Geräten für den Umbruch von Zwischenfrüchten werden ihre Lösungen präsentieren. Auf Versuchsfeldern werden geeignete Arten und Sorten von Zwischenfrüchten und unterschiedliche Umbruchvarianten gezeigt, ebenso Querdämme mit und ohne Begrünung. Dabei wird unter anderem die Frage beantwortet, welche Arten von Zwischenfrüchten sich für welchen Standort am besten eignen.

Die PotatoEurope ist an beiden Tagen von 9:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Ein Tagesticket an der Kasse kostet 24 €, online 19 € und ermäßigt 12 €. Kinder bis einschließlich 12 Jahren und DLG-Mitglieder haben freien Eintritt.

Mehr Infos gibt es hier.

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