So entstand die Liste der umsatzstärksten Hersteller

Die 100 größten Landtechnik-Unternehmen

Kleinere Unternehmen sind eher zurückhaltend in der Kommunikation ihrer Umsatz- und Mitarbeiterzahlen.
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Kleinere Unternehmen sind eher zurückhaltend in der Kommunikation ihrer Umsatz- und Mitarbeiterzahlen.
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Mit der Liste der 100 größten Landtechnik-Hersteller betritt die agrarzeitung Neuland. Erstmals stellt sie die umsatzstärksten Firmen mit Produktionsstätten in Europa vor. Ein Unterfangen, das viele Entscheidungen nötig machte und manchen Kompromiss nach sich zog.

Am Anfang stand die Definition. Welche Landtechnik-Hersteller möchte man aufnehmen, was müssen alle gemeinsam haben, welche Aspekte muss man ausschließen? Was auf den ersten Blick einfach aussieht, wurde in manchen Fällen zur mehrfach abgewogenen Entscheidung. Baut ein Unternehmen Bleche für Traktorentrittleisten, firmiert es unter Umständen unter Landtechnik, hat aber für den Landwirt keinerlei Bedeutung im Alltag. Solche Firmen haben wir ausgeschlossen. Manche Hersteller bringen gleichzeitig Produkte für die Landwirtschaft und für den kommunalen Winterdienst auf den Markt. Solche Firmen haben wir aufgenommen. Dieses Abwägen war häufiger nötig als anfangs erwartet.

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Grundbedingungen waren: Das Unternehmen kann weltweit agieren, muss aber einen oder mehrere Produktionsstandorte in Europa haben. Reine Teile-Lieferanten wurden ausgeschlossen. Nur wer Produkte und Lösungen für den Landwirt herstellt, wurde in die Liste aufgenommen. Nicht immer konnte klar abgegrenzt werden, ob das Produkt ausschließlich landwirtschaftlichen Zwecken dient. Ein Radlader ist ebenso auf dem Bau wie dem Bauernhof einsetzbar. Auch ein Gabelstapler erfüllt seinen Zweck in einem Hochregallager oder in einem großen landwirtschaftlichen Anwesen. Hier war an vielen Stellen eine praxisorientierte Interpretation gefordert.

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Viele unterschiedliche Quellen

Selbst eine so scheinbar einfache Frage wie die der Mitarbeiterzahl kann einen Analysten ins Schwitzen bringen. Sind nun Köpfe gemeint oder Stellen? Wir entschieden uns für Köpfe, denn auch eine Halbtagskraft bringt ihr volles Engagement in ein Unternehmen ein. Der erste Anruf galt dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt, zu dessen Mitgliedern 180 führende Unternehmen der europäischen Landtechnik-Industrie zählen. Der für Landtechnik zuständige Referent, Christoph Götz, konnte wertvolle Hinweise geben. Zusätzlich wurden Datenquellen wie etwa der Bundesanzeiger, die Plattform „Die Deutsche Wirtschaft“, Pressemeldungen und -veröffentlichungen wie Interviews oder Hintergrundberichte sowie kommerzielle Firmendatenbanken wie etwa die Wer-zu-wem-GmbH als Datenquelle genutzt. Auf diese Weise entstand eine erste Protoyp-Liste mit weit mehr als 150 Herstellern.

Selbstauskunft der Unternehmen

Während gerade kleinere Unternehmen recht zurückhaltend sind, selbst Mitarbeiterzahlen zu kommunizieren, geben große Konzerne sehr offen auf ihren Internetseiten die Umsatzzahlen an. Auch die Anzahl der Mitarbeiter wird hier stolz präsentiert. Schwieriger wurde es im Umfeld der mittelständischen Unternehmen. Hier waren in vielen Fällen die Angaben nur aus den im Bundesanzeiger veröffentlichten Geschäftsberichten zu entnehmen. Da auch an dieser Stelle von den erhofften Informationen meist nur Roherträge und Mitarbeiterzahlen aufgeführt wurden, haben wir den Umsatz der entsprechenden Unternehmen geschätzt. Die Basis dafür lieferte der Branchendurchschnitt Pro-Kopf-Umsatz im deutschen Maschinenbau aus dem Jahr 2020. Der Umsatz pro Beschäftigtem lag seinerzeit bei 219.316 €. Aufgrund der aktuellen Situation (Pandemie, Krieg in der Ukraine, Energiepreisentwicklung, Inflation und Fachkräftemangel) nahmen wir auf Expertenrat einen Abschlag vor und rundeten auf 200.000 € pro Mitarbeiter ab. Dies geschah auch, um die mittelständische Struktur gut abzubilden. Denn je kleiner das Unternehmen, desto geringer der Pro-Kopf-Umsatz.

Umrechnung in Euro

Und auch das musste entschieden werden: Die internationalen Firmen geben ihre Umsatzzahlen in ihren Landeswährungen an. Da mussten US-Dollar, japanische Yen und englische Pfund in Euro umgerechnet werden. Zugrunde gelegt wurde in diesen Fällen jeweils der derzeit aktuelle Tagessatz, obwohl bei Rechnungslegung der Euro noch eine stabilere Währung war, als er derzeit ist.

Insgesamt nutzten die meisten Unternehmen die Chance, ihre Zahlen offenzulegen. Viele äußerten sich sehr gespannt, „ob wir es mit unserem Unternehmen unter die ersten 100 schaffen werden“.
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