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Zukunftsdialog Agrar & Ernährung 2018


Willkommen im Jahr 2025 – Perspektiven der Nahrungsproduktion.
Ernährungsfragen erobern Social-Media-Kanäle. Gleichzeitig wird der „ökologische Kragen“ für die Agrarwirtschaft enger. Der Zukunftsdialog Agrar & Ernährung von agrarzeitung (az) und DIE ZEIT unter dem Titel „Willkommen im Jahr 2025: Perspektiven der Nahrungsmittelproduktion“ lockte diese am 5.6.2018 mehr als 500 Teilnehmer in die Bolle Festsäle in Berlin.





Agrar- und Ernährungswirtschaft in postfaktischen Zeiten: Die Agrar- und Ernährungswirtschaft sichert in Deutschland Nahrung im Überfluss, steht aber dennoch anhaltend in der Kritik, weil die Ökonomie oft Vorrang vor der Ökologie hat. Jetzt räumen auch führende Landwirte ein, dass dieser Weg nicht immer mit Umwelt- und Tierschutz vereinbar ist. Muss sich substanziell etwas ändern und wenn ja, was? Welche Rahmenbedingungen will und kann die Agrarpolitik setzen? Was erwartet die Gesellschaft von der Agrar- und Ernährungswirtschaft? Insbesondere die Tierhaltung steht immer wieder in der Kritik. Der Ruf nach Fleischverzicht und Tierwohl wird lauter. Das Verhältnis zwischen Mensch und Tier muss vielleicht neu bewertet werden.

Weiterdenken lautet die Devise


Das „haehnlein“-Konzept mit Bruderhahnaufzucht gewinnt den Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung 2018

Vier junge Frauen wollen die Welt ein bisschen besser machen und haben dabei Nachhaltigkeit und vor allem das Tierwohl im Blick – genauer gesagt das Wohlleben der Bruderhähne von Legehennen. Denn das bisherige Verfahren, die männlichen Küken einfach zu töten, kommt für Annalina und Leonie Behrens sowie Lisa Hiddemann und Marleen Benkwitz auch angesichts der öffentlichen Diskussion um das „Kükenschreddern“ nicht infrage. Sie haben das Haehnlein-Konzept von der Aufzucht bis zur Vermarktung entwickelt und sind damit die Preisträgerinnen des Ideenwettbewerbs Agrar & Ernährung 2018. Mit ihrem Konzept wollen die Vier ein Umdenken in Politik, Handel und bei den Verbrauchern erreichen. 



Mehr Informationen zum Ideenwettbewerb Agrar & Ernährung und zum "haehnlein-Konzept" erhalten Sie hier.

Die Preisträgerinnen des Ideenwettbewerbs Agrar & Ernährung 2018:

Annalina Behrens

Die stringente Strategin

Annalina Behrens (30) studierte Kommunikation und Medienmanagement mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft. In ihrer Bachelorarbeit beschäftigte sie sich mit Suchmaschinen am Beispiel der Lebensmittelindustrie, machte sich dann selbstständig und entwickelte eine Lebensmittelsuchmaschine für Allergiker. Da sich die Datenverfügbarkeit sehr schwierig gestaltete, gab sie das Projekt auf und stieg bei dem EZ Fürstenhof im mecklenburgischen Finkenthal ein. Seit 2012 ist sie Produktmanager „haehnlein“ . Sie will vor allem Tierwohl allen Menschen schmackhaft machen und das Bewusstsein dafür weiter stärken.

Leonie Behrens

Die kreative Beobachterin

Leonie Behrens (27) hat Wirtschaftspsychologie mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft studiert. Ihre Identifikation mit dem Haehnlein-Konzept entwickelte sich aber erst mit der Master-Arbeit zum Thema „Wie sich emotionale Aufklärung am Point of Sale auf die Kaufentscheidung auswirkt“. Seit 2017 ist sie Teil der Geschäftsführung und im Vertrieb tätig. Sie will vor allem mit ehrlichen Bio-Produkten Zukunft gestalten. Für sie muss alles stimmen von der Fleischqualität, der Verpackungsoptik, dem fertigen Gericht bis zur Präsentation im Handel. Mit offenem und kritischem Blick streift sie durch Supermärkte, um neue Ideen zu entwickeln.

 

Lisa Hiddemann

Die strenge Prüferin

Lisa Hiddemann (27) ist die Verantwortliche in Sachen Lebensmitteltechnologie. Nach dem Studium dieses Faches mit Schwerpunkt Produktmanagement an der Hochschule Neubrandenburg ist sie für „haehnlein“ nun verantwortlich für die Sensorik, die Einhaltung der Produktspezifikationen, die Organisation von Verkostungen bis zur Präsentation der Produkte auf Messen. Produkte vom Acker bis zur Theke zu begleiten und mit ihrem Know-how Prozesse zu beschleunigen, das reizt sie besonders an ihrem Job. Denn ihr Herz schlägt sowohl für die Lebensmitteltechnologie als auch für die ökologische Landwirtschaft.

Marleen Benkwitz

Die kommunikative Macherin

Marleen Benkwitz (34) studierte Demografie und Soziologie. Durch Zufall gelangte sie 2011 zum EZ Fürstenhof. Die Chemie stimmte sofort, also blieb sie. Als Autodidaktin fuchste sie sich in die Themen ein. Sie baute das Qualitätssystem Ei auf, entwickelte es mit neuen Qualitätsstandards weiter und leitet seit 2012 das Qualitätsmanagement für „haehnlein“. Die vielfältige Zusammenarbeit mit Verarbeitern, mit den landwirtschaftlichen Praktikern, den Packstellen und Verbrauchern macht ihr besonders viel Freude. Ihr ist es wichtig, sichere Nahrungsmittel zu produzieren und einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.


Der nächste Zukunftsdialog Agrar & Ernährung in Berlin findet am
4. Juni 2019 statt.


Fotos: Felix Holland